Helmut Hoping geht der faszinierenden Frage nach dem Menschen nach, der - physikalisch gesehen - Teil des expandierenden Universums ist und zugleich - christlich - als Bild Gottes geglaubt wird. Ausgehend von der kopernikanischen Wende und der modernen Physik befasst er sich zunächst mit der stellaren Herkunft des homo sapiens, dem physikalischen Begriff von Zeit und Raum und dem Rätsel des Bewusstseins, dessen innere Zeitwahrnehmung die Frage einer möglichen absoluten Gegenwart aufwirft. Er analysiert dann am Beispiel von Differenz und Konvergenz des monotheistischen Begriffs der creatio ex nihilo und der physikalischen Urknalltheorie das Verhältnis zwischen Naturwissenschaft und Schöpfungstheologie, widmet sich dem historischen Streit zwischen Neo-Darwinismus und Kreationismus, der Bewegung des Intelligent Design sowie der Debatte um die Reichweite teleologischer Argumente für die Existenz Gottes. Zuletzt befasst er sich mit dem Gedanken der Gottebenbildlichkeit der menschlichen Person und ihrer unantastbaren Menschenwürde. Während im "schwachen Naturalismus" (Jürgen Habermas) einer kommunikativen Vernunft dem Menschen erst mit der Geburt als Eintritt in die Welt der Personen der Status als Person zugeschrieben wird, lassen monistische Theorien des Weltganzen für eine Gottebenbildlichkeit der menschlichen Person ebenso wenig Raum wie für die Differenz zwischen Gott und einer endlichen Freiheit.
Zum Autor: Helmut Hoping, geb. 1956, Dr. theol. habil., Professor em. für Dogmatik und Liturgiewissenschaft an der Theologischen Fakultät der Universität Freiburg i.Br.
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